Regen zu seiner Zeit

Par Brigtte :: 13/05/2008 à 13:13 :: Fasten

Mit jedem Jahr meines Lebens verbindeich bestimmte Ereignisse. Das eine Jahr ist durch meine Eheschließung gekennzeichnet, das andere durch den Tod meines Vaters, wieder ein anderes dadurch, daß wir die Molkerei gebaut haben .. . Das Jahr 1977 war für mich das Jahr eines Wunders.

Ich bin Farmer im Cache-Tal in Utah. Dort sind wir völlig vom Wetter abhängig, und 1977 herrschte eine große Dürre. Sie begann schon im Herbst 1976, als der übliche Schnee ausblieb. In unserem hochgelegenen Tal ist der Herbst nur selten trocken. und so nutzten wir ihn, um zu pflügen. schiefe Zäune zu reparieren, Felder zu planieren und sogar die Steine aus dem Ackerboden zu entfernen.

Ende, Januar hatten wir noch immer keinen Schnee, selbst die Berge waren grau und kahl. Es war so kalt, daß der wenige Schnee. der einmal gefallen war, noch immer nicht fortgetaut war. Wir wußten, daß wir in Schwierigkeiten waren. In diesem Monat kamen die Pfahlpräsidenten der Region Logan mit Bruder M. A. Kjar, unserem Regionalrepräsentanten, zusammen. Es wurde ein besonderer Fasttag ausgerufen. Am Sonntag, dem 23. Januar, trafen sich die Mitgliederdes Pfahles Hyrum Utah zum erstenmal in ihrem neuen Gebäude. Bruder Kjar legte das Konzept für das Fasten dar, und unser Pfahlpräsident. Bruder Garth Lee. kündigte an, daß das Fasten am 26. Januar um 18 Uhr beginnen werde; am 27. Januar wollten wir einen Gebetsgottesdienst abhalten.

Damit begann das Wunder. Wir fasteten bereitwillig. Über 50 Prozent der Mitglieder des Pfahles versammelten sich zu dem Gebetsgottesdienst alte Menschen, Männer und Frauen mit ihren Kindern, Jugendliche, Studenten. Wir sangen. Bruder Garth Lee betete im Namen der Versammlung darum, daß der Herr uns zu gegebener Zeit die notwendige Feuchtigkeit senden möge. Es war ein erbauendes Erlebnis, und ich war überzeugt, daß der Herr unser Beten gehört hatte.

Die ersehnten Niederschläge fielen jedoch nicht in der Nacht darauf und auch nicht in den folgenden Wochen. Der Februar war warm, und der wenige Schnee, der noch lag, schmolz. Ich versuchte die gepflügte Erde zu bearbeiten, aber sie bestand aus harten Klumpen. Offenbar lautete die Antwort des Herrn: "Noch nicht", aber in unserer Ungeduld fiel es uns manchmal schwer, ihn zu hören.

Mitte Februar erklärte der Gouverneur Utah zum Katastrophengebiet. Das gesamte Wirtschaftsleben war in Mitleidenschaft gezogen. Viele Fremdenverkehrsorte hatten keine Gäste angenommen. während andere nur eine beschränkte Anzahl von Urlaubern aufnahmen. Die Reifenhändler stellten ihre Winterreifen aus, als fänden diese reißenden Absatz. Die Ortsverwaltungen forderten die Bürger auf, den Wasserverbrauch einzuschränken. Die Zweifler fingen an, sich über diejenigen zu mokieren, die Gott vertrauten. Einer von ihnen schrieb sogar an die örtliche Zeitung und fragte, oh wir nicht wüßten, daß nicht Gott, sondern die Natur das Wetter bestimmt.

Die Zweifler wußten jedoch nicht, daß die Mitglieder der Kirche weiterhin beteten und fasteten. Immer wieder schlug ich die Schriftstelle auf, worin der Herr seinem Volk verheißt: "Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit, und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen" (3. Mose 26:3. 4). 

Im März entfaltete sieh unser Glaube von neuem. Es gab mehrere gute Schneefälle, wie es für diesen Monat normal war. Während der letzten Märzwoche hatten wir klares und warmes Wetter; die Erde trocknete schnell, und mit dem Pflug verwandelte man die ursprünglich harten Erdklumpen in gute, für die Aussaat geeignete Beete. Am 21. und 22. März säte ich auf 181/2 Hektar Gerste aus, und eine Woche später wurden wir mit der Getreidesaat auf der Pfahl-Wohlfahrtsfarm fertig.

Die Prüfung begann von neuem. Der April verging, und es fiel so gut wie kein Regen. Die Pfahlkonferenz fand statt, und Bruder Lee entließ uns mit den beruhigenden Worten: "Bepflanzen Sie Ihr Land, der Herr hat unser Beten erhört."

Der Porcupine-Stausee war jetzt kaum zur Hälfte gefüllt, und der Zustrom aus den Bergen hatte bereits aufgehört. Der Wasserspiegel war im März nur um 15 bis 20 cm gestiegen, und die Experten sagten einen vollständigen Verlust der auf unbewässertem Land gezogenen Feldfrüchte voraus. Der Ernteverlust auf den bewässerten Feldern wurde mit 50 Prozent veranschlagt. Örtliche für Angelegenheiten der Bewässerung zuständige Ausschüsse entwarfen Pläne für die Rationierung des Wassers im Sommer. Inzwischen fuhren wir fort, auf öffentlichen Versammlungen und im stillen zu beten.

Vom 5. Mai an zeigte uns der Herr, daß er unser Beten erhört hatte. Niemand von uns konnte daran zweifeln. Es war, als hätte der Herr gewartet. bis unser Glaube gründlich geprüft wäre, und ihn dann voll anerkannt. Tag für Tag fiel Regen auf unsere jungen Pflanzen. Dieser Mai wurde der niederschlagreichste Monat in der beurkundeten Geschichte unseres Tals, und wir brachten eine der besten Heuernten ein, die es in diesem Tal je gegeben hat.

Offiziell gilt dieses Jahr als Dürreperiode, und im statistischen Sinne war es dies auch. Der Regen kam jedoch in der gleichen Weise wie das Manna vorzeiten zu den Israeliten jeden Tag gerade soviel, wie notwendig war, niemals mehr. Jedesmal, wenn eine Saat Luzernen reif wurde, fragten wir uns, ob die Feuchtigkeit auch für eine weitere Ernte ausreichen würde. Jede Ernte entsprach den Durchschnittswerten oder übertraf sie sogar.

Als die Erntezeit zu Ende ging, waren unsere Scheunen bis zum Bersten gefüllt. Die Pfahl-Wohlfahrtsfarm hatte das beste Jahr in ihrer Geschichte erlebt, und das gleiche traf auch auf meine Farm zu. Die Scheunen und Kornspeicher waren voll, und mein Herz war von Dankbarkeit erfüllt.

Auf Weisung unseres Pfahlpräsidenten versammelten sich die Mitglieder des Pfahles am 22. September erneut, diesmal, um dem Herrn für seine Barmherzigkeit zu danken. Auch jetzt fanden sich ungefähr 50 Prozent der Mitglieder ein, um an dem Dankgebet teilzunehmen. Ich verließ die Versammlung mit einem friedlichen Gefühl. Mein Glaube und mein Zeugnis waren durch diese Prüfung gestärkt worden; nie wieder würde ich an Wundern zweifeln. Nun war mir völlig klar, was die bekannte Schriftstelle bedeutet: "Und in nichts beleidigt der Mensch Gott, und gegen niemand ist des Herrn Zorn entflammt als gegen solche, die nicht in allen Dingen seine Hand anerkennen und die seinen Geboten nicht gehorchen" (LuB 59:21).

Während ich nach Hause fuhr, merkte ich plötzlich, daß Regentropfen auf die Windschutzscheibe fielen.

David Carl Danielson, Februar, 1979

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