Par Brigtte :: 13/05/2008 à 13:41 :: Fasten

In der Zeit der Pioniere war Willard R. Smith als Diakon in Salt Lake City beauftragt, in seinem Häuserblock das Fastopfer einzusammeln. Bei dieser Aufgabe unterstand er Peter Reid, der die Pflicht hatte, dafür zu sorgen, daß das Fastopfer eingesammelt wurde und daß die in Sachwerten geleisteten Fastopferspenden an die Bedürftigen verteilt wurden. Jeden Freitagabend kam er zu Willards Haus und sagte ihm, daß der kleine Wagen geputzt und geölt und für diese Aufgabe bereit sei.

Willard besuchte jedes Haus in seinem Block, ganz gleich, ob dort Mitglieder oder Nichtmitglieder wohnten. So bot er jedem die Möglichkeit, etwas für die Armen zu gehen.

Einmal war für einen Samstag ein Spiel von Willards Fußballmannschaft angesetzt, und Willard war sehr darauf erpicht mitzuspielen. Zwar wußte er, was man von ihm erwartete, nämlich, daß er das Fastopfer einsammelte, doch dachte er, wie er später berichtet hat, anders: „Ich wollte mehr als alles andere bei diesem Spiel dabeisein. Ich zog das Vergnügen der Pflicht vor und spielte Football. Bis auf den heutigen Tag habe ich als Folge davon im Gesicht eine Narbe. Früh am nächsten Morgen klopfte Bruder Reid an unsere Hintertür und fragte nach mir. Ich hatte ein schlechtes Gewissen — ich wäre am liebsten weggelaufen und hätte mich versteckt - doch dann trat ich ihm mit gesenktem Kopf gegenüber. Er sagte nur: „Willard. hast du Zeit, einen kleinen Spaziergang mit mir zu machen?"

Es war ein kalter Herbsttag.

Ich ging mit ihm. Wir gingen zuerst zu einem kleinen von Häusern eingerahmten Platz an der Ecke der ersten Straße Nord und der dritten Straße West. Er klopfte sacht an eine der Türen. und eine kleine und magere Frau öffnete.

Sie sagte: „Bruder Reid, wir haben gestern keine Lebensmittel von ihnen bekommen, wir haben nichts zu essen im Haus.“

Bruder Reid antwortete ihr: „Es tut mir leid, Schwester, aber ich bin sicher, daß wir noch vor dem Abend etwas für Sie haben."

Wir gingen dann zu einer andren Tür am entgegengesetzten Ende des Platzes. Auf unser Klopfen rief jemand, wir sollten hereinkommen.

Wir traten ein undflanden einen alten Mann und seine Frau im Bett. Er sagte: „Bruder Reid, wir haben keine Kohlen mehr und müssen im Bett bleiben, wenn wir nicht erfrieren wollen.“ An einer anderen Tür begrüßte uns eine ärmliche Mutter mit ihren kleinen Kindern, die sich dicht an sie drängten. Das kleinste schrie, und die übrigen Kinder hatten tränenverschmierte Gesichter. Das genügte! Als wir uns trennten, sagte Bruder Reid liebevoll: „Willard, wenn jemand seine Pflicht vernachlässigt, muß ein anderer darunter leiden.“ Ich war dem Weinen nahe — meine schreckliche Pflichtvergessenheit überwältigte mich. Er legte mir die Hand auf die Schulter und ging. Die Leute erhielten noch am frühen Nachmittag ihre Lebensmittel und ihre Kohlen — und ich halte etwas sehr Nützliches und Wertvolles gelernt" (Leitfaden für das Melchisedekische Priestertum, 1976/77, S. 268f.).

Bruder Smith' Erlebnis zeigt deutlich, daß das Spenden des Fastopfers mehr bedeutet, als Geld in einen Umschlag zu legen ‑ es bedeutet, daß man Menschen hilft, die in Not sind. Anscheinend vergessen wir aber oft die Bedeutung des Fastopfers oder spielen sie gar herunter. Viele von uns legen — mit Recht das Hauptgewicht auf den Zehnten; schließlich hat man uns beigebracht, daß alle, die den Zehnten zahlen, die Wiederkunft Christi überstehen werden. Wir hören, was Lorenzo Snow in St. George in Utah erlebt hat (darüber berichtet der Film „Des Himmels Fenster"), und man erinnert uns daran, daß ein Mensch Gott berauben kann, indem er seinen Zehnten nicht gibt (Maleachi 3:8-10).

Betrachten wir ebendiese Schriftstelle jedoch genauer, so tritt eine sehr bedeutsame Wahrheit zutage: Auf die Frage: ,,Womit betrügen wir dich?" antwortet der Herr nämlich: „Mit dem Zehnten und der Opfergabe!" (V. 8). Die Führer der Kirche haben erkannt, daß viele von uns nachdrücklicher auf die Bedeutung des Fastopfers aufmerksam gemacht werden müssen. Deshalb haben sie damit begonnen, diesen Punkt zu betonen. Das Fastopfer ist es in der Tat wert, daß wir ihm unsere ernsthafte Aufmerksamkeit schenken. Präsident Heber J. Grant hat sogar gesagt: „Das Fastopfer ist das grundlegende Gesetz für die Wohlfahrt unseres Volkes" (zitiert von Harold B. Lee auf der Wohlfahrts- und Landwirtschaftsversammlung am 3, April 1971). 1971 forderte Marion G. Romney die Mitglieder der Kirche auf, ein doppelt so hohes Fastopfer zu spenden und verhieß, daß sich dafür auch die Geistigkeit in der Kirche verdoppeln werde. 1974 stellte Präsident Spencer W. Kimhall fest: „Es gibt jedoch keinen Grund dafür, warum nicht auch die zuletzt gegründete Gemeinde diesbezüglich größtenteils für sich selbst sorgen könnte, wenn alle entsprechend Fastopfer zahlen" (Leitfaden für das Melchisedekische Priestertum, 1976/77, S. 266). Und schließlich: Der Herr hat uns gesagt, daß derjenige nicht sein Jünger sei, der nicht der Armen und der Notleidenden gedenke (LuB 52:40) . Das Bezahlen des Fastopfers ist der uns vom Herrn vorgeschriebene Weg, wie wir zeigen sollen, daß wir uns der Armen erinnern und Christi Jünger sind.

Natürlich ist es nicht immer leicht das Fastopfer zu bezahlen. Wie bei anderen Geldspenden, die wir für die Kirche leisten, kann dadurch unsere Glaubenstreue erprobt werden. Ein Bruder hatte einmal das folgende Erlebnis erzählt:

„Ich studierte an der Universität Oxford in England und bereitete mich gerade auf den Rückflug in die Vereinigten Staaten vor. Ich hatte nur wenig Geld, mußte aber dreierlei tun : mein Fastopfer und meinen Anteil am Haushaltsfonds bezahlen, einen Koffer für meine Sachen kaufen und die Fahrt zum Flughafen bezahlen. Mein Geld reichte aber nur für zwei von diesen Ausgaben. Zunächst beschloß ich, mit dem Bezahlen des Fastopfers und meines Anteils am Haushaltsfond bis später zu warten, aber als ich in der Kirche war, fühlte ich mich dazu inspiriert, diese Spenden sogleich zu leisten, und so geschah es auch. Danach hatte ich genug Geld übrig, um mir entweder einen Koffer zu besorgen oder die Fahrt zum Flughafen zu bezahlen. Für beides reichte es nicht mehr. Später ging ich die Straße hinunter und bemerkte einen Mann, der einen Koffer trug. Ich fragte ihn nach dem Koffer und er erzählte mir, dass er im Begriff sei, ihn fortzuwerfen. Nachdem wir eine Minute miteinander geredet hatten, überließ er mir den Koffer, und mein Problem war gelöst. Für mich was dies eine Segnung, die als unmittelbare Folge davon eintrat, daß ich meine Spende für den Fastopfer- und den Haushaltsfonds geleistet hatte.“

Ein anderer Bruder besuchte einmal eine Pfahl-Führerschafts-Versammlung, wo die Anwesenden aufgefordert wurden, ihr Fastopfer zu verdoppeln. Man verhieß ihnen dafür, daß ihr Einkommen dann steigen würde. Nach den Worten dieses Bruders geschah folgendes: 

„Ich ging nach Hause und besprach diese Verheißung mit meiner Frau. Wir zahlten bereits ein ziemlich hohes Fastopfer. Zwar waren wir bereit, den Betrag zu verdoppeln, doch wollten wir es nicht für einen selbstsüchtigen Zweck tun. Nachdem wir gebetet und nachgedacht hatten, beschlossen wir, unser Fastopfer zu verdoppeln. Nicht lange danach boten sich mir in meinem Beruf unerwartete Möglichkeiten. Nach einem Jahr hatte sich mein Einkommen beträchtlich erhöht. Wir fühlten, daß dies in der Tat eine Segnung des Herrn war — die Erfüllung einer Verheißung, die wir durch einen seiner Diener erhalten hatten."

Bemerkenswert ist an diesen beiden Fällen, daß die Betreffenden nicht aus Eigensucht gehandelt haben. Ihr wichtigster Beweggrund war der, daß sie dem Herrn dienen wollten. Sie waren bereit, Opfer zu bringen, um den Notleidenden zu helfen.

Dieses Prinzip des Opferns bildet die Grundlage dafür, daß man das Gesetz des Fastens wahrhaft befolgt. Zwar hat man das Minimum dessen, was man als Fastopfer spenden soll, als den Gegenwert zweier Mahlzeiten definiert, doch hat Präsident Kimball auch ausgeführt: „Manchmal sind wir ein bißchen knauserig und rechnen, daß wir zum Frühstück ein Ei gegessen haben, was soundso viel Cent kostet, und das geben wir dann dem Herrn. Ich denke, daß wir, wenn wir wohlhabend sind, ganz, ganz großzügig sein sollen. .... und anstatt den Betrag zu geben, den wir durch die beiden Mahlzeiten, die wir gefastet haben, eingespart haben, sollten wir vielleicht viel, viel mehr geben ‑ zehnmal mehr, wenn wir in der Lage sind, es zu tun. Ich weiß, daß es einige gibt, die das nicht können" (Leitfaden für das Melchisedekische Priestertum, 1976/77, S. 266).

Durch das Fastopfer werden nicht nur diejenigen gesegnet, die etwas erhalten, sondern auch diejenigen, die etwas geben. Präsident Kimball hat gesagt: „Wenn wir ein großzügiges Fastopfer geben, wird dies unser spirituelles und zeitliches Wohl fördern" (Der Stern, April 1978). Wir können das Zahlen des Fastopfers zu einem tieferen Erlebnis machen, indem wir folgendes tun:

1. An dem Familienabend, der dem Fasttag vorausgeht, können wir über die Gründe sprechen, aus denen wir fasten, sowie darüber, warum wir ein Fastopfer geben sollen.

2. Wir können unser Fasten einem bestimmten Zweck widmen. Wenn wir uns dafür entscheiden, daß wir um eine besondere Segnung für einen anderen Menschen bitten wollen, bekunden wir auf zweierlei Weise, daß wir es ernst meinen, nämlich dadurch, daß wir gewillt sind, ohne Essen auszukommen, sowie dadurch, daß wir bereit sind, Geld zu spenden. (Von kleinen Kindern wird nicht verlangt, daß sie fasten, doch kann man ihnen den Grundsatz erklären und sie schrittweise ins Fasten einführen.)

3. Alle in der Familie können etwas zum Fastopfer beisteuern. Die Kinder können durch ihre Beteiligung daran etwas Wichtiges lernen. Die Tatsache, daß man etwas spendet, soll man dabei stärker betonen als die Höhe des jeweiligen Betrages.

4. Man kann den Fastsonntag mit einem besonderen Gebet beginnen und beschließen.

Es ist auch wichtig, daß alle in der Familie — ebenso wie Willard Smith lernen, daß die Fastopferspenden unmittelbar den Armen zugutekommen. Diese Mittel werden nicht für andere Programme der Kirche verwendet. Somit erfüllen sie eine entscheidende Aufgabe zugunsten bedürftiger Mitglieder der Kirche.

Den entscheidenden Dienst, den der Fastopferfonds leistet, macht das folgende Beispiel deutlich. Eine Witwe, die drei kleine Kinder hatte, ging zu ihrem Bischof, weil sie Hilfe brauchte. Sie hatte kein Geld und schuldete vielen Geschäften in der Stadt Geldbeträge. Der Bischof schrieb ihren Gläubigern und erklärte ihnen die Lage. Daraufhin erließen ihr 15 von ihnen mindestens 50 Prozent dessen, was sie ihnen schuldig war. Im Laufe der nächsten drei Monate konnten mit Hilfe von mehreren hundert Dollar aus dem Fastopfer viele Schulden getilgt werden. Durch diese Unterstützung erhielt die Familie sowohl finanziell als auch geistig starken Auftrieb. In den folgenden Monaten und Jahren konnte sie sich auf einer vernünftigen wirtschaftlichen Grundlage entwickeln. Beide Söhne erfüllten eine Mission, und alle drei Kinder heirateten im Tempel. Weil zur rechten Zeit Fastopfergelder zur Verfügung standen und weil der Bischof diese geschickt einsetzte, konnte er dieser Familie helfen, zu einem normalen Leben zurückzukehren.

Solche Fälle kommen in der Kirche häufig vor. Sie machen in immer stärkerem Maße die Segnungen deutlich, die dadurch eintreten, daß dir Mitglieder das Gesetz des Fastens befolgen: Bedürftige Mitglieder erhalten materielle Hilfe, woraus sie auch einen geistigen Gewinn ziehen, weil sie erkennen, daß man sie liebt. Und diejenigen, die Spenden leisten, wachsen geistig und werden gesegnet — dadurch, daß sie sowohl fasten als auch Geld spenden.

Es gibt aber noch eine weitere Segnung, die wegen ihrer ewigen Bedeutung viel leicht wichtiger ist als alle anderen: Indem wir beim Fastopfer großzügig sind, bereiten wir uns auf das Gesetz der Weihung vor. Präsident Romney hat dies so ausgedrückt:

„Während wir die Erlösung Zions und der Erde und die Einführung der Vereinigten Ordnung erwarten, sollen wir. . . streng nach den Grundsätzen der vereinigten Ordnung leben, soweit sie im gegenwärtigen Wirken der Kirche angewendet werden. Dazu gehören zum Beispiel das Fastopfer, der Zehnte und die Wohlfahrtsaktivitäten. Durch diese Einrichtungen könnten wir als einzelne, wenn wir dazu bereit sind, alle Grundprinzipien der Vereinigten Ordnung in unserem Leben verwirklichen" (Improvement Era, Juni 1966. S. 537).

Ein wichtiger Teil unserer geistigen Entwicklung, die uns zum Gottestum führen soll, besteht darin, daß wir das Gesetz des Fastens korrekt befolgen. Dazu gehören das Fasten, das Beten und das Zahlen des Fastopfers. Auf das ewige Gesetz der Weihung sind wir erst dann vorbereitet, wenn wir die Grundsätze unseres jetzigen Wohlfahrtsprogramms uneingeschränkt befolgt haben.

Jan 1980

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