Fasten -- ein Segen

Par Brigtte :: 13/05/2008 à 13:57 :: Fasten
Beim Fastopfer großzügig sein gehört zu dem, was der Herr uns als wichtig aufgetragen hat. Sie sollen wissen, daß der Lohn dafür groß ist – sowohl geistig wie zeitlich. Der Herr hat gesagt, unser Beten ist so wirksam, wie wir den Armen gegenüber großzügig sind (s. Al 34:28). Als die Menschen in den Tagen Jesajas klagten: „Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße, und du merkst es nicht?” (Jes 58:3), antwortete der Herr mit dieser Frage: „Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht, wenn man den Kopf hängen läßt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten, wie es dem Herrn gefällt?” (Jes 58:5.)
Wie ähnlich ist es doch auch bei uns! Wie leicht bekommen wir doch Kopfschmerzen, wenn wir fasten, und manchmal meinen wir, wir würden gar verhungern. Zu den Israeliten in alter Zeit hat der Herr gesagt:
„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden ... Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich ... Wenn du dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.” (Jes 58:6-10.)
Denken wir an diese unvergleichlichen Segnungen! Sie sind denen verheißen, die großzügig zum Unterhalt der Armen beitragen.
„Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt.” (Jes 58:11.)
Ich erinnere mich noch, wie mir Melvin J. Ballard vor langer Zeit – es sind jetzt über sechzig Jahre her – die Hände auflegte und mich als Missionar einsetzte. In dem Segen, den er mir gab, sagte er, für jede Brotrinde, die man dem Herrn gebe, bekomme man einen ganzen Laib zurück. Und genauso habe ich es auch erlebt.
Über das eigentliche Wesen und den Zweck des Fastens sowie über den Zweck des Fastopfers hat Präsident Heber J. Grant gesagt:
„Ich verheiße Ihnen hier und heute:
Wenn die Heiligen der Letzten Tage als ganzes Volk von heute an den monatlichen Fasttag ehrlich und gewissenhaft halten und dazu den Zehnten ehrlich bezahlen, so werden dadurch alle Schwierigkeiten in bezug auf die zeitliche Versorgung der Heiligen der Letzten Tage gelöst .. .
Jeder einzelne Heilige der Letzten Tage, der einmal im Monat zwei Mahlzeiten lang fastet, wird daraus geistigen Nutzen ziehen und im Glauben an das Evangelium des Herrn Jesus Christus gestärkt werden. Es wird ihm auf wunderbare Weise geistig nützen, und der Bischof wird genügend Mittel in der Hand haben, um für alle Armen zu sorgen.” (Gospel Standards, vergl. G. Homer Durham, Improvement Era, 1941, S. 123.)
Alles, was wir zur Unterstützung der Armen unternehmen, muß daran gemessen werden, was dabei in geistiger Hinsicht erreicht wird. Der Geber muß aus einem rechtschaffenen Herzen und mit willigem Geist geben. Der Empfänger muß die Gabe dankbar und frohen Herzens empfangen. Der Geist muß das Urteil des Bischofs im Hinblick auf die Hilfeleistung bestätigen. Wenn wir uns in rechtschaffener Absicht an diesem großen Werk beteiligen, wird unsere Seele geheiligt und unser Verstand erweitert. Indem wir durch das Erfüllen dessen, was uns obliegt – was dies auch sein mag – geistig reifen, machen wir uns bereit, „an der göttlichen Natur Anteil zu erhalten” (2Petr 1:4). Von einem solchen Maß an Geist erfüllt zu sein, daß wir mit dem Band der Nächstenliebe versiegelt werden, das sei unsere glückliche Bestimmung.
Moroni nennt diese Nächstenliebe „die reine Christusliebe”, und sie dauert für immer fort, und bei wem am letzten Tag gefunden wird, daß er sie besitzt, mit dem wird es wohl sein.
„Darum, meine geliebten Brüder, betet mit der ganzen Kraft des Herzens zum Vater, daß ihr von dieser Liebe erfüllt werdet, damit wir, wenn er erscheinen wird, so sein werden wie er – denn wir werden ihn sehen, wie er ist –, damit wir rein gemacht werden, ja, wie er rein ist.” (Moro 7:47,48.)
Wir alle sollten dem Fasten Beachtung schenken. Solange wir nicht gelegentlich fasten und oft beten, haben wir den Herrn nicht wirklich angerufen, so daß wir ihm nahe sind. Wenn wir das tun, können wir viele unserer persönlichen Schwierigkeiten bewältigen. Erinnern Sie sich, was der Herr zu seinen Jüngern gesagt hat, als sie den bösen Geist nicht austreiben konnten? Sie hatten ihn gefragt, weshalb sie es nicht vermochten, wo es Jesus doch so leicht gefallen war. Er gab zur Antwort, diese Art könne nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden (s. Mk 9:29, Fußnote).
Erhöhen wir unser Fastopfer und tragen wir dazu bei, die Heiligen in der ganzen Kirche zur Nachahmung anzuregen. „Der Reiche, der für den Lazarus nur Krümel übrig hat, soll nicht meinen, er sei reif für die celestiale Herrlichkeit.” (Hyrum M. Smith und Janne M. Sjodahl: „Doctrine and Covenants Commentary”, S. 480.) Wer in diese Herrlichkeit eingehen will, muß den Armen und Bedürftigen großzügig von dem abgeben, was er besitzt. Geben Sie großzügig, damit auch Sie selbst wachsen können. Geben Sie nicht nur zum Nutzen der Armen, sondern auch um Ihrer eigenen Wohlfahrt willen. Geben Sie genug, daß Sie ins Reich Gottes kommen können, indem Sie Ihre Mittel und Ihre Zeit weihen. Bezahlen Sie Ihren Zehnten ehrlich und Ihr Fastopfer großzügig, wenn Ihnen an den Segnungen des Himmels liegt. Ich verheiße einem jeden, der das tut: Er wird auch selbst gedeihen, geistig und zeitlich. Der Herr wird ihn gemäß seinen Taten belohnen.
Ich bete darum, daß jeder von uns diese wesentlichen Grundsätze lernt und anwendet und dadurch den verheißenen Lohn erlangt.

Marion G. Romney, Dezember 1982

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